Ernährungsgewohnheiten ändern: eine schwierige Sache

Aktualisiert: 5. Apr 2020

Die vegane Lebensweise findet immer mehr Anhänger - dennoch sind die Vorurteile noch immer groß: das Kochen sei kompliziert, die Speisen eintönig und man müsse so viele Einschränkungen hinnehmen, heißt es. Wenn in der Presse der Ruf nach einem vegetarischen (noch nicht einmal veganen!) Tag in der Woche laut wird, kommt es zu Protesten. Warum ist das so?


Ich will hier nur zwei Aspekte herauspicken: Prägung durch Angst und Sucht.

Zum einen sind wir durch unsere Wohlstandsgesellschaft geprägt, in der immer alles verfügbar ist und natürlich vorkommende Hungerzeiten in Vergessenheit geraten sind. Scheinbar.... Unbewusst tragen wir die Angst unserer Vorfahren in uns, die Not noch erlebt und zu fürchten gelernt haben. Diese Angst haben wir unwissentlich übernommen. Nahrung jederzeit in Fülle zur Verfügung zu haben, wiegt uns in Sicherheit. Solange wir alles haben können, kann die Lage nicht so schlimm sein.Wie nah uns die unbewussten Ängste sind, zeigt sich beispielhaft in Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Krise.


Zum anderen prägen bzw. konditionieren uns bestimmte Nahrungsmittel. Nur wenigen Menschen wollen wahrhaben, dass Zucker, Gluten, tierisches Eiweiß, Röststoffe, Koffein, industriell verarbeitete Nahrung, Geschmacksverstärker "süchtig machen" (damit meine ich, dass es uns schwerfällt, Kontrolle über unsere Gelüste zu erlangen und ein gesundes Maß zu finden).

Wenn wir schon in der Kindheit reichlich davon konsumiert haben, können wir unserem Körper und seinen Gelüsten nicht mehr vertrauen. Dieser schreit dann oft nach Pizza, Nudeln, Schnitzel und Schokolade.

Dadurch wird das Belohnungszentrum unseres Gehirns aktiviert (wie bei vielen Drogen), und wir fühlen uns glücklich und befriedigt. Die natürlichen Signale des Körpers, der nach bestimmten "Lebensmitteln" verlangt, weil er deren Baustoffe benötigt, werden überdeckt.


Jede äußerlich gesetzte Forderung an unsere Ernährungsweise wird somit schnell zum Angriff auf unsere alteingesessene Angst vor Hunger und auf unsere Suchtgewohnheiten. Um diesen Mechanismus nachhaltig zu durchbrechen, ist es sinnvoll, sich den damit verbundenden psychischen Themen zu stellen und sie zu lösen.


Das Verständnis dieser Zusammenhänge, fördert das Mitgefühl mit uns selbst, weil wir erkennen, dass wir tief in uns leiden.... Wenn wir echtes Mitgefühl mit uns selbst entwickeln können, fällt es leichter, dies für alle Lebewesen zu tun. Wir sind motivierter unser Verhalten, wie auch in die Auswahl der Speisen zu verändern.

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