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Was sind eigentlich Gefühle?

Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen unter ihren Gefühlen leiden, sei es einerseits weil sie sich von ihnen überflutet fühlen, oder andererseits keinen Zugang zu ihnen haben. Schon früh wird uns beigebracht, dass es negative und positive Gefühle gibt. So lernen wir, diese zu klassifizieren und zu kontrollieren... und unter ihnen zu leiden. Dabei könnte alles viel einfacher sein, wenn wir Folgendes verstehen.


Der Mensch unterliegt – wie andere Säugetiere auch - einer ganz natürlichen, vorgegebenen Funktionsweise:

Als Säuglinge sind wir nicht in der Lage unseren hochkomplexen Körper zu steuern - wir brauchen viele Jahre, um dies zu lernen. Unsere Gefühle sind dabei Steuerungshilfen, die uns im Leben Orientierung und Kraft geben. Sie funktionieren wie Signallämpchen am Armaturenbrett eines Autos und zeigen an, wenn etwas (nicht) in Ordnung ist. Erleiden wir beispielsweise einen Verlust, so empfinden wir Trauer, beleidigt uns jemand, reagieren wir wütend (was ein Signal für Grenzüberschreitung ist). Gefühle haben im Leben den Zweck uns mitzuteilen, welcher Ort/Mensch/... für uns gut ist - oder eben nicht.


So gesehen gibt es also keine negativen und positiven Gefühle! Gefühle sind neutral (wie Signale), sie zeigen nur an, dass wir agieren sollten – sie verlangen nach einem physischen Ausdruck. Es ist oft genug eine Herausforderung, dies auf sozial angemessene Weise zu tun.

Wir sind unschuldig für die Entstehung unserer Gefühle, aber verantwortlich dafür, dass wir diese zivilisiert zum Ausdruck bringen!

Da Gefühle unsere Helfer sind, liefern sie mitunter eine große Menge Energie (also viel Gefühl), um uns zu bewegen und damit sicherzustellen, dass wir in der Situation etwas verändern (deswegen sind sie DIE vitale Energiequelle des Lebens). Gleichzeitig kann uns ihre Heftigkeit zum Verhängnis werden, wenn wir regelrecht überflutet und sogar von ihnen gesteuert werden.

Mit wachsendem Bewusstsein können wir jedoch lernen a) in prekären Situationen kurz inne zu halten, b) die gewohnheitsmäßig automatische Reaktion zu unterbrechen und c) achtsam und gekonnt zu kommunizieren, sodass wir eine friedlichere Umgebung erschaffen können.


Unglücklicherweise müssen viele Menschen lernen, ihre Gefühle zu unterdrücken. Das passiert in Zeiten (oft in der Kindheit), in denen es ums Überleben/ Durchhalten/ Kämpfen geht und in denen es peinlich oder gefährlich wäre, Gefühle zu zeigen. So ergibt sich keine Möglichkeit, einen adäquaten Umgang mit Gefühlen zu finden. Solche Menschen haben es im Leben schwer.


Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?

- Gefühle sind nicht nur Menschen angeboren – auch Tieren auf die gleiche Art und Weise!

- Wir alle kennen mindestens 5 Grundgefühle: Angst, Trauer, Wut, Freude, Liebe.

- Den Sitz der Gefühle empfinden wir im Bauch- und/oder Brustbereich.

- Statistisch gesehen treffen wir 80% der Entscheidungen aus "dem Bauch".

- Gefühle dienen der Kommunikation. Wir sind also besser verständlich, wenn wir sie zeigen – das funktioniert auch zwischen Menschen und Tieren.

- Gefühle können eine kathartische Wirkung haben und uns helfen wichtige Erkenntnisse zu gewinnen.

Gefühle haben ein großes Potential für unser Leben. Wir sollten uns bemühen, dieses zu nutzen!

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