Was sind eigentlich Gefühle?

Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen unter ihren Gefühlen leiden, sei es einerseitsweil sie sich von ihnen überflutet fühlen, oderandererseits keinen Zugang zu ihnen haben. Schon früh wird uns beigebracht, dass es negative und positive Gefühle gibt.Wir lernen, die Gefühle in negative und positive einzuteilen.


Dabei könnte alles viel einfacher sein: Als Säugetier unterliegt auch der Mensch einem ganz natürlichen Entwicklungsprozess/Programm:


Wenn wir geboren werden, sind wir nicht in der Lage unseren hochkomplexen Körper zu steuern - wir brauchen viele Jahre, um dies zu lernen. Unsere Gefühle sind Steuerungshilfen, die uns im Leben Orientierung und Kraft geben. Sie funktionieren wie Signallämpchen am Armaturenbrett eines Autos und zeigen an, wenn etwas (nicht) in Ordnung ist.


Erleiden wir einen Verlust, so empfinden wir mit Trauer, beleidigt uns jemand, reagieren wir wütend (was ein Signal für Grenzüberschreitung ist).



Wir sind unschuldig für die Entstehung unserer Gefühle, aber verantwortlich dafür, dass wir diese zivilisiert zum Ausdruck bringen!

Genau genommen gibt es also keine negativen und positiven Gefühle! Gefühle sind neutral (wie Signale), sie zeigen nur an, dass wir agieren sollten. Gefühle und Körperausdruck sind eng miteinander verbunden.


Einige Fakten:

- Gefühle sind allen Tieren angeboren - auch uns Menschen.

- Wir alle kennen 5 Grundgefühle: Angst, Trauer, Wut, Freude, Liebe.

- Den Sitz der Gefühle empfinden wir im Bauch- und/oder Brustbereich.

- Statistisch gesehen treffen wir 80% der Entscheidungen aus "dem Bauch".

- Gefühle haben im Leben den Zweck uns mitzuteilen, welcher Ort/Mensch/... für uns gut ist - oder eben nicht.

- Gefühle können eine kathartische Wirkung haben und uns helfen Erkenntnisse zu gewinnen.

- Gefühle dienen der Kommunikation. Wir sind also besser verständlich, wenn wir sie zeigen.


Viele Menschen haben gelernt, ihre Gefühle zu unterdrücken. Das stammt aus Zeiten, in denen sie überleben/ durchhalten/ kämpfen mussten und Gefahr liefen, von sehr starken Gefühlen überflutet zu werden. Sie hatten so keine Möglichkeit, einen adäquaten Umgang mit Gefühlen zu finden. 

Gefühle haben ein großes Potential für unser Leben. Es wäre Verschwendung, wenn wir dieses nicht nutzen würden. 

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