Schlechte Zeiten stehen uns bevor...

Aktualisiert: 30. Aug.

Immer wieder ist zu hören, dass uns (noch) schlechtere Zeiten bevorstehen. Wir sollen Geld und Energie sparen, uns auf das Nötigste beschränken und lernen, uns zu begnügen… Solche Nachrichten bewirken, dass unser Puls steigt, Angstschweiß ausbricht und die innere Unruhe stetig wächst. Gerade in den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir das häufig erlebt. Unter den damit verbundenen Schwingungen leiden hochsensible Menschen ganz besonders.


Es geht mir nicht darum, ob die Gefahren da draußen tatsächlich lauern und wie groß sie sind. An den Gefahren können wir nichts ändern, auch nicht an der Tatsache, dass das Leben gefährlich ist - an unserer Reaktion auf dieselben allerdings schon.

Angst und Panik sind Gefühle, die uns in einen Ausnahmezustand versetzen, der uns evolutionär zur Flucht oder zum Kampf bewegt, also zu einer spontanen körperlichen Stress-Reaktion. Dafür wird viel Energie freigesetzt. Wenn wir diese Energie allerdings nicht zum Fliehen oder Kämpfen - also für Bewegung - benutzen, aktiviert sie stattdessen das Gedankenkarussell: wir grübeln, machen uns Sorgen und schmieden (Flucht-) Pläne. Die Energie muss ja irgendwo hin.

Ein Gedankenkarussell, das von Angstenergie angeschoben wird, verhindert ein besonnenes, vorausschauendes Denken. Die Entscheidungen, die wir in einem derartigen Zustand treffen, laufen Gefahr ... nun ja, angstgesteuert zu sein statt und im Vollbesitz unserer geistigen Kräfte getroffen. Was uns in diesem Zustand am meisten abhanden kommt, ist das Urvertrauen, der Kontakt zu unserem Körper und die umfassende Wahrnehmung. Es ist, als schauten und fühlten wir mit Scheuklappen in die Welt, mit starrem Blick auf die Gefahr gerichtet, wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange.


Was können wir also tun? Uns bewusst machen, dass wir uns in einer Stress-Situation befinden und besonders jetzt Beruhigung brauchen. Dabei sind viele unterschiedliche Methoden hilfreich (z.B. Meditation, sanfte Musik, vertrauenschaffende Literatur, liebevolle Berührung, singen oder musizieren,...). Wichtig ist, sie zu praktizieren und eine Routine daraus zu machen, damit sich das Nervensystem wirklich beruhigt, die Scheuklappen abfallen können und wir die Welt wieder angstfrei betrachten können.


Krisen zwingen uns dazu, über das Wesentliche im Leben Gedanken nachzudenken: Wozu lebe ich? Wie gestalte ich mein Leben sinnvoll? Was gilt es gerade jetzt Wertvolles zu lernen? Wie komme ich in meine Kraft? Wie stärke ich mein Ur-Vertrauen?

Die Antworten auf diese Fragen lenken die Konzentration wieder zu uns selbst und zu unseren Nächsten. Hier, vor unserer „Haustür“ sollten wir kehren, uns um uns selbst kümmern, um unsere seelische und geistige Gesundheit zu nähren und zu stärken. Denn in uns schlummert eine große Kraft. Eine Krise führt uns zu uns selbst und zeigt uns, wo wir mit uns selbst und dem Leben noch nicht im Reinen sind. Sie bietet uns die Chance, dies nun nachzuholen. Nutze sie!

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